Dass Läuse sich auf ungepflegten, zerzausten und fettigen Haarschöpfen am wohlsten fühlen ist ein nicht belegbares Vorurteil. Weder die Häufigkeit der Haarwäsche noch die eigentliche Haarpflege oder die Verwendung von Haarstylingprodukten hängt mit der Wahrscheinlichkeit eines Kopflausbefalls zusammen. Lediglich die Ausbreitung von Kopfläusen wird durch sehr ungepflegte Haare begünstigt. Ansonsten gilt: Treffen kann es grundsätzlich jeden.
Kopfläuse lassen sich überall finden – in der langen Mähne genauso wie im adretten Kurzhaarschnitt. Allerdings bevorzugen Läuse langes und fülliges Haar, da es bessere Nistbedingungen bietet. Dort sitzen sie meist an den Schläfen, hinter den Ohren und im Nackenbereich. Lediglich bei extrem kurzen Haaren sind Kopfläuse kaum noch anzutreffen.
Besonders häufig von Kopflausbefall betroffen sind Kinder im Alter von ca. 3 bis 10 Jahren. Dies hängt damit zusammen, dass gerade in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Schule oder auch im Feriencamp die Kopflaus leichtes Spiel hat. Denn dort werden meist die Köpfe zusammengesteckt, Mützen und Kämme getauscht oder einfach nur miteinander gespielt oder gerauft. Die Parasiten können dann leicht von einem Schopf zum nächsten überwandern. Kopflausbefall unter Erwachsenen ist hingegen eher selten. Meist erfolgt die Ansteckung über befallene Kinder im Umfeld.
Mädchen sind häufiger von Kopfläusen betroffen als Jungen. Eine wissenschaftliche Erklärung gibt es hierzu nicht. Jedoch liegt es nahe zu vermuten, dass Mädchen mit ihren zumeist langen Haaren bessere Bedingungen für das Einnisten von Kopfläusen bieten. Auch das Tauschen von Mützen, Kämmen oder Haarspangen kann dazu beitragen, dass mehr Mädchen als Jungen Kopfläuse bekommen.
Ist der Läusealarm im Kindergarten/in der Schule erst einmal ausgerufen, lässt sich nur noch schwer feststellen, wer die Läuse eingeschleppt hat. In den meisten Fällen werden Kopfläuse als unfreiwilliges „Souvenir“ aus Urlaubsländern mitgebracht. Daher sind Kopfläuse besonders nach den großen Ferien sowie im Herbst und Winter besonders verbreitet.